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Conference Call Q4 2011: eine hervorragende Milchbilanz mit Sahnehäubchen
12.02.2012 um 18:49 Uhr - Poison

Activision

Conference Call Q4 2011: eine hervorragende Milchbilanz mit Sahnehäubchen

 

 

 

 

 

 

Das alte Jahr ist vorbei, die Ergebnisse sind ermittelt und zahlreiche Konzerne weltweit ziehen Bilanz. Auch Activision Blizzard Inc. (ATVI) hat seine Aktionäre am 09. Februar zur traditionellen Online-Aktionärsversammlung eingeladen; ein Buffet mit frischen Jahreszahlen, kommenden Investitionen und geplanten Spielreleases für 2012. Quintessenz: ATVI geht es hervorragend, das Konzept des Konzerns hat sich auch im Jahr 2011 erneut als erfolgreich bewiesen. Doch kann ein Märchen ewig dauern?

Die Köpfe des Konzerns ATVI, Bobby Kotick (CEO), Thomas Tippl (CFO), Eric Hirshberg (Activision) und Mike Morhaime (Blizzard) präsentierten mit der Jahresbilanz 2011 ein Menü der Rekorde, das beeindruckende Zahlen vorweisen kann. So wurden die Umsatz-Prognosen für 2011 um mehr als 800 Millionen Dollar übertroffen, der Reinerlös hat sich nach einem starken vierten Quartal 2011 mit über 1,1 Milliarden US-Dollar gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt und den Gewinn je Aktie um 17% gesteigert. In den vergangenen drei Jahren wurden laut ATVI's Finanzschef Thomas Tippl über 3 Milliarden US-Dollar in die Produktentwicklung, den Verkauf und das Marketing investiert, 3,5 Milliarden US-Dollar an flüssigen Mitteln erzeugt und knapp 3,1 Milliarden Dollar als warmer Regen an die Aktionäre des Konzerns weitergegeben.

Diese Zahlen wurden überwiegend mit den ungebrochen starken Franchises des Unternehmens erzielt, Activision's „Call of Duty“ in der mittlerweile achten Edition und Blizzard's Evergreen, „World of Warcraft“. Umsatzmotor Modern Warfare 3 erlebte am 08. November 2011 den größten Launch aller Zeiten, und das laut Bobby Kotick auf allen Plattformen. Das Spiel konnte mit über 1 Milliarde US-Dollar Umsatz innerhalb von 16 Tagen den „Avatar“-Rekord von 17 Tagen knacken und positionierte sich als das weltweit meistverkaufte Produkt der Unterhaltungsindustrie innerhalb eines Kalenderjahres. Vorgänger Call of Duty: Black Ops erreichte in 2011 immerhin den 5. Platz und sorgt zusammen mit den übrigen Titeln der Serie für einen gewachsenen und nachhaltigen Kundenstamm:

 


Zitat von »Robert Kotick«

In 2011 hatte das Franchise geschätzt über 40 Millionen monatlich aktive User (MAU's) quer durch 5 Call of Duty Titel hindurch. Allein im Dezember hat Modern Warfare 3 die 20 Millionen User überschritten; Black Ops wurde von über 10 Millionen und Modern Warfare 2 von über 5 Millionen Spielern gespielt; World at War und Modern Warfare, welche vor 3 bzw. 4 Jahren erschienen sind, hatten zusammen über 2,5 Millionen monatlich aktive User.

 

Das sorgt für eine hoch aktive Community, weshalb die Call of Duty Reihe regelmässig die meist gespielten Spiele auf Xbox LIVE hervorbringt, und das über Jahre hinweg. Allein die Modern Warfare 3 Spieler haben bis zum 31. Dezember 2011 mehr als 639 Millionen Spielstunden auf dem Online-Schlachtfeld verbracht. Diese gewaltige Masse an engagierten Kunden will der Konzern mit der in 2011 neu erschaffenen Plattform Call of Duty: Elite noch stärker konzentrieren und an sich binden. Der Online-Service mit Bezahlsystem war Neuland und ein relativ großes Risiko, erwies sich mit mittlerweile über 7 Millionen monatlich aktiven Nutzern und 1,5 Millionen zahlender Premiumkunden jedoch als hoch erfolgreich. Elite hat nach Angaben des Konzerns das Social Gameplay neu definiert und sich mittlerweile als einer der größten Premiumservices nach battle.net und Xbox LIVE in der interaktiven Unterhaltung etabliert.

Darüber hinaus trug Activisions neues Spielkonzept „Skylanders“ bedeutend zum Erfolg des Unternehmens bei, wird jedoch erst in diesem Jahr sein Potential als neues milliardenschweres Standbein des Konzerns voll ausschöpfen können. Die Kombination aus Videospiel und Spielzeug war ein riskantes neues Produkt, das sich jedoch als Nr. 1 der Kinderspiele in 2011 positionieren und über 200 Millionen Dollar Verkaufserlös erzielen konnte; zusammen mit 20 Millionen verkaufter Spielzeuge und Zubehör zum Spiel, die laut Toys'R'Us Chef Jerry Storch sofort zu verdunsten schienen, sobald sie das Verkaufsregal berührten. Einzig ein Lieferengpass gegen Ende des Jahres setzte dem Erfolg der neuen IP im Hause ATVI Grenzen. Skylanders löst damit als neuer Stern am „Spiel-meets-Hardware“-Himmel das Franchise Guitar Hero ab, das im vergangenen Jahr aufgrund sinkender Absatzzahlen eingestellt wurde.

Activision wird in 2012 neben dem Ausbau von Skylanders und dem Release von Prototype 2 erwartungsgemäß ein weiteres Call of Duty auf den Markt bringen. Darüber hinaus wird bereits an Elite v2.0 gearbeitet, das weitere Features am Kunden testen und das Erlebnis Call of Duty noch weiter vertiefen und diversifizieren soll. Eine Elite-Einbindung des neuen Call of Duty Titels im Herbst 2012 ist damit bestätigt.

Blizzard wiederum will mit dem Release von World of Warcraft: Mists of Pandaria den erneut gesunkenen Umsatzzahlen entgegen treten und darüber hinaus mit Diablo 3 und seinem Echtgeld-Aktionshaus im 2. Quartal, StarCraft II: Heart of the Swarm, DOTA und einem „Next-Gen MMO“in 2012 zum Erfolg von ATVI beitragen. Abgerundet wird das Ganze durch einen 10-Jahres Vertrag mit Bungie und dem geplanten Release eines kostenlosen Call of Duty für den chinesischen Markt, das auf Micropayments basieren wird.

Neben dem Release von Vollpreis-Spielen haben sich die digitalen Vertriebswege für Zusatzinhalte erneut als starker Umsatzmotor bewährt; die Erlöse durch DLC's sind im vergangenen Jahr im zweistelligen Prozentbereich gewachsen. Die Akzeptanz von Abonnements, Ingame-Transaktionen und herunterladbaren Zusatzinhalten ist laut Eric Hirshberg beim Kunden stark gestiegen, Activision plant das Konzept in 2012 noch weiter auszubauen. Bereits in den nächsten 60 Tagen sollen laut Hirshberg neue Features für Elite verfügbar sein.

Obwohl auch weiterhin „Sammel-Mappacks“ für MW3 erhältlich sein werden, bindet der Kauf einer Premiumversion von Elite den Kunden länger und stärker an das Spiel, kauft er auf diese Weise das Gesamtpaket auf einmal statt jedes Mal abzuwägen, ob sich ein Kauf des einzelnen DLC's lohnt oder nicht. Die portionsweise Veröffentlichung im Laufe der nächsten neun Monate hält die Kunden bei der Stange und ermöglicht ein breiteres Sortiment an Inhalten. Durch den Spareffekt beim Sofortkauf können Kunden dazu verführt werden, alle Inhalte zu kaufen, auch wenn ihnen einzelne nicht zusagen sollten. Ein cleveres Konzept, das jedoch auch zu Verschiebungen in den Umsatzzahlen führt. So wird das erste Mappack für Modern Warfare 3 erst spät im ersten Quartal 2012 erhältlich sein und anfänglich nur für die Xbox erscheinen – was laut Finanzchef Thomas Tippl einen signifikanten negativen Effekt auf die Erlöse im ersten Quartal 2012 haben wird. Trotzdem sieht Eric Hirshberg eine rosige Zukunft für Call of Duty und Elite:

 


Zitat von »Eric Hirshberg«

Auch wenn es noch etwas früh ist für Elite, gibt es insgesamt viel daran das uns in Aufregung versetzt. Elite hat das Potential, den Online-Multiplayer auf ein neues Niveau zu bringen, unseren Spielern einen gewaltigen Mehrwert zu geben und gleichzeitig eine weitere langfristige digitale Einnahmequelle für das Unternehmen zu schaffen.

 

Hirshberg hatte bei seinem Eintritt bei Activision vor 1,5 Jahren die klare Zielvorgabe der Investoren erhalten, zwei Dinge zu erreichen: Eine verringerte Abhängigkeit von dem jährlichen Call of Duty Release und neue zukunftsweisende Einnahmequellen. Beides wurde geschafft ohne das CoD-Franchise zu vernachlässigen, das in 2011 erneut Rekordzahlen schrieb und auch weiter schreiben soll.

 


Zitat von »Eric Hirshberg«

Wir haben gezeigt dass wir fähig sind, unsere Einnahmen mit dem schnell wachsenden Abo-Service Call of Duty: Elite vorhersehbarer zu machen und neue Standards gesetzt für das ganzjährige DLC-Geschäft. Mit Elite und Skylanders haben wir nicht nur eine, sondern gleich zwei neue Einnahmequellen mit großem Potential erschlossen. Wenn man dies zu dem langfristigen, gewaltigen Potential unseres neuen Bungie-Games hinzurechnet, glaube ich dass wir für die Zukunft gut aufgestellt sind.

 

Die Jahresbilanzen zeigen: Milchkuh COrDula geht es hervorragend, das pralle Euter gibt trotz zahlreicher Falten auch weiterhin reichlich Milch mit Sahne. Auch in 2011 wurde bewiesen: Der Erfolg gibt recht. Call of Duty ist aus der einstigen Nische heraus zu einem Produkt für die breite Masse geworden, das trotz der vielen negativen Stimmen im Netz offenbar reichlich gekauft und gespielt wird. Die brave COrDula ist weiterhin eine erfolgreiche Milchkuh, auch wenn das Sahnehäubchen für viele Spieler seine Fluffigkeit verloren hat.

Link: CallofDutySeries

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