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From Zero to Hero
01.01.2013 um 20:43 Uhr - Poison

Activision

From Zero to Hero

 

 

 

 

 

 

Mit einem jährlichen Einkommen von rund 8 Millionen USD und einem geschätzten Kontostand von über einer Milliarde Dollar ist Bobby Kotick zweifelsohne einer der meist verdienten Akteure in der Gaming Branche. Doch das war nicht immer so, denn auch ein Entertainment-Riese wie Publisher Activision hat einmal klein angefangen und das vor gar nicht allzu langer Zeit.

Alles begann im Jahre 1982, als der 19-jährige Kotick zusammen mit seinem Kommilitonen Howard Marks, einem Computerspezialisten und Programmierer, in seiner Studentenbude eine Technologie-Firma in Michigan gründete. Das "Arktronics Corporation" genannte Unternehmen entwickelte ein Software-Paket mit dem Namen „Jane“, welches ähnliche Funktionen wie Apple’s damaliges Betriebssystem „Lisa“ hatte, dabei aber mit 295 USD wesentlich erschwinglicher war, als das 10.000 USD schwere Paket vom Branchengiganten.

In seinem dritten und vierten Semester versuchte Kotick die Finanzierung der Firma auf feste Beine zu stellen und besuchte deswegen mit einem Freund den jährlichen Cattle Baron’s Ball, ein großes Benefizkonzert in Dallas. Dort traf er Herrn Wynn. Mit Geschäftssinn und Charme gelang es Bobby, einen Platz in der Privatmaschine von Herrn Wynn zu ergattern, der ihn mit nach „Atlantic City“ nahm. Wie Kotick so war (und ist), nutzte er den Flug um Wynn auf Arktronics aufmerksam zu machen und ihm von der Firma zu berichten.

Nachdem Kotick schließlich wieder in Dallas war, wurden er und Marks wenige Wochen später von Herrn Wynn in dessen Büro im Penthouse des „Bankers Trust“ Gebäudes in Manhatten bestellt. Von Bodyguards begleitet, begaben sie sich zum in der Nähe liegenden Helikopter-Flugplatz, wo bereits ein Helikopter auf sie wartete, der sie zum „Gold Nugget“-Hotel in „Atlantic City“ brachte. Nachdem Wynn die beiden einige Zeit in der Casino-Lounge hatte warten lassen, erschien er schließlich und drückte ihnen einen Scheck über 300.000 USD in die Hand, dessen Wert er in Arktronics investieren wollte. Auf die Frage Koticks, ob sie keinen Vertrag bräuchten, antwortete Herr Wynn: "Verträge, Erträge - ihr gehört jetzt zur Familie!"

So froh Kotick über den Scheck war, so geschockt war er über diesen einen Satz. Sein einziger Gedanke war: „Wir sind in einer Lounge, mit einem Menschen, der ein Casino besitzt und zu uns sagt: wir gehören jetzt zur Familie. Wir werden sterben."

Doch das taten sie offensichtlich nicht, im Gegenteil: die Investition hatte sich zehn Jahre später rentiert. Kotick hatte in dieser Zeit den entscheidenden Anteil an Aktien der nahezu insolventen Firma Mediagenic gekauft und diese in Activision integriert. Mediagenic war von ehemaligen Atari-Programmierern gegründet worden und hatte zum damaligen Zeitpunkt über 30 Millionen USD Schulden. Das Büro war in einem so schlechten Zustand, dass der Gerichtsvollzieher zusammen mit der Polizei den Hauptcomputer konfiszierte.

Ein gewisser Steve kam kurze Zeit nach dem Besuch beim Paten auf Kotick und Marks zu, Steve P. Jobs - bekannt durch Apple, der von „Jane“ gehört hatte und den beiden klar machte, dass sie ihre Zeit an der Universität verschwenden würden. Kotick, der damals Geschichte studierte, nahm sich den Ratschlag zu Herzen, trotz des Widerstands seines Vaters der ihm riet, den „Mist zu vergessen und sich auf den Hosenboden zu setzen“.

Kotick und sein neuer Partner Kelly verlegten den Firmensitz nach Santa Monica in Kalifornien und kauften aggressiv weitere Entwickler-Studios auf. Ein Großteil des so erwirtschafteten Geldes floss in die Entwicklung und Vermarktung neuer Spiele. Von 1997 bis 2003 bekam Activision Zuwachs in Form von neuen weiteren Studios. Von dort an, veröffentlichten sie einen Spielehit nach dem nächsten, angefangen mit Mech Warrior 2 über Tony Hawks Pro Scater, bis hin zu Guitar Hero und Call of Duty.

Nach diesen zehn Jahren besuchte Kotick Herrn Wynn in seinem mit weißen Leder bezogenen Büro im Mirage-Hotel in Las Vegas und fragte ihn, ob er sich mit dem Aktienpreis von Activision, der zu der Zeit bei 18 USD lag, auseinandergesetzt hatte.

„Ich habe keine Ahnung von Activision.“, sagte Herr Wynn. „Ist es gut, Bobby?“
„Es ist gut, wenn einem 1,5 Millionen Aktien gehören, Herr Wynn.“, antwortete Kotick.

Herr Wynn saß einige Zeit sprachlos an seinem Tisch. „Der Junge sagte mir, ich besäße 31 Millionen USD, von denen ich nichts wusste.“, erinnerte sich Herr Wynn vor kurzem.

Fortan war Herr Wynn bekannt als „Uncle Steve“.

Link: CallofDutySeries

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