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THQ kritisiert das CoD-Franchise
25.12.2012 um 23:00 Uhr - Poison

Call of Duty

THQ kritisiert das CoD-Franchise

 

 

 

 

 

 

Die Tatsache, dass THQ vergangene Woche Insolvenz anmeldete, ist kein großes Geheimnis mehr. Schon im April diesen Jahres spekulierte Take-Two-Chef Strauss Zelnick über den zukünftigen Werdegang des konkurrierenden Spieleunternehmens und kritisierte dabei die Strategie des Konzerns. Dass er mit seiner Vermutung von einem halben Jahr bis zur Pleite nicht weit daneben lag, musste THQ jetzt zähneknirschend bestätigen, als die Insolvenz jetzt Wirklichkeit wurde.

Auf die Frage, was bei THQ wohl falsch liefe, antwortete er folgendes:

 


 

Zitat von »Strauss Zelnick (Take Two)«

THQs Strategie basierte in erster Linie auf lizenzierten Marken. Lizenziere Kram von anderen Leuten, ob das nun UFC, WWE oder irgendeine Filmlizenz ist, und stricke dann ein Spiel drum herum. Seit wir die Firma [Take-Two] übernommen haben, setzt unser Ansatz vollständig auf Marken, die uns gehören. [...]

Der wichtigste Unterschied ist Qualität. Take-Two hat laut Metacritic die höchsten Qualitätswertungen aller Dritthersteller und der meisten Leute in der Branche. Qualität ist wirklich, wirklich, wirklich wichtig. THQ hatte vielleicht ein gutes Spiel, aber ihr Qualitätsniveau... ist nicht mal annähernd vergleichbar. Die Strategie hat nicht funktioniert und ihre Umsetzung war schlecht. Anders ausgedrückt: Das Essen war nicht gut, die Portionen waren klein.

 


 

THQ ließ es sich nicht nehmen Stellung zu beziehen und bezeichnete Zelnicks Auffassungen als:

 


 

Zitat von »THQ«

Veraltete und inkorrekte Wahrnehmung.

 


 

Worauf Zelnick sich für seine Bemerkung entschuldigte. Dennoch legte er auf den Tisch, was innerhalb der Branche kein Geheimnis mehr war: THQ schrieb vermehrt rote Zahlen und der Kapitalpuffer löste sich langsam in Luft auf. Zwar sollten Spiele wie Metro 2033 und Homefront für die Rettung sorgen, jedoch ließ man ersteren Teil marketing-technisch förmlich verhungern. Homefront legte allerdings einen sehr guten Verkaufsstart hin, verpasste aber letztendlich den erhofften Anschluss an die großen Shooter.

Doch nun gibt es einen erneuten Hoffnungsschimmer am Horizont: THQ entwickelt zur Zeit "Metro: Last Light" - ein Shooter, der sich aus dem aktuellen Militär-Shooter-Einheitsbrei deutlich abheben soll. Geplanter Release ist das 1. Quartal 2013. Diesem Anlass entsprechend gab THQ's Global-Communications-Chef Huw Beynon ein Interview für das offizielle XBOX-Magazin, in welchem er der Call of Duty-Reihe vorwarf, alle Erinnerungen und Wertvorstellungen von dem zerstört zu haben, was einst große Shooter ausgemacht habe.

 


 

Zitat von »Huw Beynon (THQ)«

Ich denke, es entspricht so ziemlich der Wahrheit zu sagen, dass es einen Umschwung dort gab, was früher ein kleines Sub-Genre der Militär-Shooter war. Es hat sich aufgeblasen wie ein Atompilz und definiert mittlerweile fast schon das gesamte Genre, löscht das Andenken daran aus, was in meiner Erinnerung einst so großartig an First-Person-Shooter war; sei es Half-Life, System Shock oder Golden Eye. Damals musste ein Shooter noch nicht zwangsläufig militärische Elemente beinhalten, er musste einfach nur eine Einladung in eine fantastische andere Welt sein - und das war für mich eigentlich immer der primäre Sinn von Videospielen.

 


 

Heutzutage sind große Spiele offenbar nur dann erfolgreiche Blockbuster, wenn sie die primären Bedürfnisse der Massen nach Popcorn-Shooter befriedigen können. Obwohl immer wieder Kritik an dem Einheitsbrei der virtuellen Militärwelten laut werden, verkauft sich jedes neue Spiel wie geschnitten Brot. Dabei könnte es mittlerweile ein Leichtes sein, diese ausgetretenen Pfade zu verlassen und sich wieder auf alte Werte zu besinnen.

Link: CallofDutySeries

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