Registrierung | Passwort vergessen
News - Details
Informationen zur ausgewählten Nachricht.

Hirshberg: Leak war eine Chance, keine Katastrophe
22.01.2012 um 23:39 Uhr - Poison

Call of Duty: Modern Warfare 3

Hirshberg: Leak war eine Chance, keine Katastrophe

 

 

 

 

 

 

Am einem Freitag den 13. im Mai 2011 erschütterte eine Meldung die Hallen von Activision und Infinity Ward. Der größte Leak in der Geschichte der Videospiele war soeben passiert. Doch “die Krise ist ein produktiver Zustand. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen“. Activision reagierte sofort und schaffte es, den Leak als Startschuss für eine der erfolgreichsten PR-Kampagnen in der Geschichte der Videospiele zu nutzen. Eric Hirshberg, Kopf von Activision Publishing, sprach vergangene Woche während der CES in Las Vegas über den Leak und die Chancen, welche daraus entstanden sind.

Der jährliche Release eines Call of Duty's das immer neue Rekorde bricht, erfordert eine penibel abgestimmte PR-Aktion, welche die Fans zum richtigen Zeitpunkt auf den Höhepunkt der Erwartung treibt und durch geschicktes Timing auch nach Release den „Content-Hunger“ für weitere Profite aus DLC's anheizen kann. Doch bei Call of Duty: Modern Warfare 3 wurde diese sensible Marketingstrategie aus der Bahn geworfen: das Onlinemagazin Kotaku hatte neun Monate vor Release den größten Leak aller Zeiten veröffentlicht (wir berichteten hier und hier). Ein Schicksal, das heutzutage jedes Unternehmen in der Branche ereilen könnte.

Eric Hirshberg sprach deshalb während der Consumer Electronics Show (CES), welche vergangene Woche in Las Vegas stattgefunden hat über den Leak im Mai und seine Folgen für ihn, für den Publisher und den vielen Menschen, die davon betroffen waren; Mitarbeitern wie Fans.

 

 

 

 

 

 

 

Hirshberg selbst befand sich gerade in Therapie als es geschah und wusste wie ein Großteil der Leute im Unternehmen zunächst nicht, wie man richtig reagieren sollte. Schnell wurden Sitzungen einberufen und entschieden, positiv heranzugehen und daraus eine Gelegenheit zu machen, statt sich auf das Negative zu fokussieren. Und so sprach Hirshberg zu seinen Mitarbeitern:

 


Zitat von »Eric Hirshberg (Activision)«

Ob wir es wollen oder nicht, unser Launch hat soeben begonnen. Es entspricht nicht unserem Terminplan und wir haben es nicht angezettelt, aber es ist draußen Leute und wir können es nicht wieder rückgängig machen. Unsere Fans haben heute nichts Falsches getan – sie haben einen großartigen Tag! Sie sind alle interessiert an diesem Spiel, sie wollen wissen was passiert ist und gehen alle Details durch um herauszufinden: ist es echt oder nicht? - Wir waren darauf nicht vorbereitet, aber nun müssen wir damit klarkommen.

 

Der falsche Weg sei es, öffentlich zu thematisieren wie es überhaupt zu dem Leak kommen konnte. Natürlich müsse man dem nachgehen und sei dies eine ebenso wichtige Arbeit, doch ist das nicht der Dialog, den man mit seinen Fans führen möchte.

 


Zitat von »Eric Hirshberg (Activision)«

Der größte Wert in unserer digital verbundenen Welt ist der Wert der Transparenz. Deshalb dachten wir uns, lasst uns einfach ehrlich zu den Leuten sein, lasst uns ihnen sagen was passiert ist und dann machen wir das Beste daraus.

 

Activision entschied sich dazu mit den Fans zu kommunizieren, teilte sein Bedauern über den frühen Leak mit und veröffentlichte nur einen Tag danach mehrere Werbe-Teaser über Facebook und Twitter, welche ursprünglich erst in vier Wochen als TV-Spots erscheinen sollten. Laut Hirshberg erwiesen sich die sozialen Netzwerke dabei als ein Segen. Zwei Tage später wurde das Releasedatum durch den Publisher bestätigt, Modern Warfare 3 zur Vorbestellung freigegeben und die offizielle Website online geschaltet. Hirshberg sagte dazu, ein kleines Feuer des Interesses sei dank dem Leak entflammt und an allen anderen Tagen hätte man gesagt: „Hey, jeder spricht über uns im Internet“ und es für eine gute Sache gehalten. Warum soll etwas automatisch schlecht sein, nur weil man es nicht begonnen hat und nicht kontrollieren kann?

 


Zitat von »Eric Hirshberg (Activision)«

Also haben wir dieses Feuer des Interesses genommen das entfacht wurde, und Benzin dazugegossen.

 

Statt zu verzweifeln und die Schuldigen zu jagen, nutzte Activision die Lage und machte aus einer sauren Zitrone eine Limonade. Und das mit Erfolg, Call of Duty: Modern Warfare 3 schaffte am Ende erneut den größten Entertainment Release aller Zeiten. Weder die Marke Call of Duty noch die Fangemeinde hatten einen Schaden durch den Leak genommen. Sehr zur Erleichterung von Publisher und Entwickler, die eine Krise nicht zur Katastrophe werden ließen.

 

Link: CallofDutySeries

Bitte Login benutzen, um Kommentare zu schreiben.